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Deutscher Orden
Im Jahr 1190 gründeten Kaufleute aus Lübeck und Bremen in der Stadt Akkon ein deutsches Spital. Nachdem die Kaufleute in ihre Heimat zurückkehrten wurde das Spital von einer Laienbruderschaft weiter geführt. Da diese Bruderschaft von deutschen Adligen und Kaiser Heinrich VI gefördert wurde, entwickelte sich bald ein Orden. Im März 1198 wurde der Papst gebeten aus dieser Bruderschaft einen Ritterorden nach dem Vorbild der Templer zumachen.
In Hinblick auf die Pflege von Kranken sollte der Orden sich an die Regel der Johanniter halten. Im Jahr 1199 entsprach Papst Innozenz III dieser Bitte. Der Deutsche Orden war hiermit gegründet. Das Ordensgewand war weiß, wie das der Templer, nur war ein schwarzes Kreuz auf dem Mantel und dem Wappenrock. Dieses Kreuz war im 13. Jahrhundert ein schwarzes Balkenkreuz ! Die Form des Kreuzes wie sie bei den Templern üblich war und die dann später als Vorbild für den Militärorden des Eisernen Kreuzes diente, wurde vom Deutschen Orden erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts verwendet!
Wegen der Ähnlichkeit der Ordensgewänder kam es bald zu Streitigkeiten zwischen dem Deutschen Orden und den Tempelrittern . So beauftragte Papst Innozenz III am 27. August 1210 den Patriarchen von Jerusalem mit der Entscheidung über den Streitpunkt. Daraufhin durften die Deutschordensritter weiterhin den weißen Mantel tragen, sie mussten allerdings ein Tuch verwenden, das nach dem Herstellungsort Stanford benannt war.
Unter dem Hochmeister Hermann von Salza breitete sich der Orden nach Osten aus. Er führte Krieg gegen die heidnischen Preußen und beanspruchte das eroberte Land für sich. So bildete sich bald ein eigener Deutschordensstaat. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass der Hochmeister des Deutschen Ordens, Hermann von Salza, loyaler Berater des Kaisers und ebenso loyaler Berater des Papstes gewesen ist.
Templer
Im Jahre des Herrn 1118/19 gründete Hugo von Payens die >>Arme Ritterschaft Christi vom Salomonischen Tempel<<. Dokumentiert wurde dies von Wilhelm von Tyrus, der in seinem Werk (etwa 1169-1184) beschreibt, wie Hugo von Payens mit acht Gefährten im Palast Balduins I., König von Jerusalem, erschien. Ihr Ziel war es, für die Sicherheit von Straßen und Wegen zu sorgen und dabei besonders Pilger zu schützen.
Angeblich leitet sich der Ordensname davon ab, das dass von König Balduin angebotene Quartier in seinem Palast auf Grundmauern des salomonischen Tempels erbaut war. Nicht lange und in Europa verbreitete sich die Kundschaft von den Tempelrittern.
Als im Jahr 1127 die meisten der Ritter dorthin zurückkehrten, wurde eine Synode einberufen, auf die der neue Orden und seine Regeln offiziell bestätigt wurden. Das geschah nicht zuletzt auf betreiben des heiligen Bernhard, Abt von Clairvaux und andere hohe Kirchliche Würdenträger. Zum Oberhaupt des Templerordens wurde Hugo von Payens Fortan durfte er den Titel eines Großmeisters führen. Auch wurden die Regeln des Ordens aufgestellt und niedergeschrieben. Sie sind stark an jenen des Zisterzienserordens angelehnt, dessen Geistige Ausrichtung stark von Bernhard von Clairvaux bestimmt war. So gelobten alle Tempelritter Gehorsam, Keuschheit und Armut. Größter kämpferischer Einsatz in Verbindung mit strenger Disziplin wurde von allen Rittern der "militia Christi" gefordert.
In den Jahren, die der Synode von Troyes folgten, wuchs der Orden schnell. Viele Junge Adelige aus großen Teilen Europas traten dem Templerorden bei. Wertvolle Schenkungen an Grundeigentum und Geld sorgten dafür, dass der Besitz der Templer rasch anwuchs, zumal den Templern das Privileg zukam, Geld gegen Zinsen zu Verleihen; eine Tätigkeit, die normalerweise jedem Christenmenschen verboten war. Überhaupt zeigten Sie in Geldgeschäften großes Geschick. So entwickelten Sie Scheck und Wechselbrief. Außerdem übernahmen Sie Kontoführung und Überweisungen für Kaufleute.
Die Templer entwickelten sich so zu den wichtigsten Finanzmaklern Ihrer Zeit. Besonders die Königs- und Kaiserhäuser Europas gerieten in Abhängigkeit zu Ihren Geldgebern.
Der Finanzielle Erfolg und der Politische Einfluss der Templer in Europa konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Lage im Heiligen Land gegen Ende des Zwölften Jahrhunderts zusehends verschlechterte. Spannungen zwischen der Christlichen Gemeinde Palästinas und den Templern, entfachte nach dem Tode Balduins IV., im Jahre 1185, fast einen Bürgerkrieg. Zugleich verschlechterte sich das Verhältnis zu den Sarazenen. Die schuld daran wird Gerhart von Ridfort, dem Großmeister des Templerordens zugeschrieben. Sein arrogantes Auftreten führte zur Aufkündigung der bestehenden Waffenruhe.
Die 1187 folgende Schlacht endete mit der völligen Vernichtung der Christlichen Streitkräfte bei Hattin und der nur wenige Monate später erfolgenden Einnahme von Jerusalem. Zug um Zug wurde ein Kreuzfahrerstaat nach dem anderen von den Sarazenen erobert. Lediglich die Feste Akkon konnte sich noch behaupten. Im Jahre 1291 musste aber auch Akkon trotz heftigster Verteidigung durch die Templer aufgegeben werden. Mit dem Verlust des Heiligen Landes hatten die Tempelritter aber auch ihre eigentliche Aufgabe verloren. Neue Betätigungsfelder suchten sie in Europa. So kämpften sie Seite an Seite mit Armeen aus Navarra, Aragon , Kastilien und anderen Kreuzfahrern in Spanien gegen die Mauren.
Der Niedergang des Templerordens zeichnete sich am Beginn des 14. Jahrhunderts ab.
Es war König Philipp IV. von Frankreich, der den Plan fasste, den Orden zu zerschlagen und sich seiner Reichtümer zu bemächtigen. Um dies zu bewerkstelligen, musste er sich der Hilfe von Papst Clemens. bedienen, der Philipp Dank für seine Hilfe zur Papstwahl schuldete, da die Tempelritter sich jeglicher weltlichen Autorität entzogen und nur dem Pontifex Maximus unterstanden. Militärisch wäre jedes Vorgehen gegen die Templer von vornherein aussichtslos gewesen, schließlich verfügten sie über ein stehendes Heer von Berufssoldaten die alles in den Schatten stellten was Philipp IV. aufzubieten hatte.
Bis ins Detail war die Zerschlagung des Ordens geplant worden. Alle Königlichen Statthalter hatten versiegelten Befehle bekommen, die zu einer festgelegten Stunde geöffnet werden mussten. So wollte man verhindern, dass die Tempelritter gewarnt und verteidigungsbereit waren. Als Philipp am Morgen des 13 Oktober 1307 losschlug, wurden die Tempelritter im ganzen Land verhaftet und Ihre Besitzungen beschlagnahmt. Allerdings gibt es Anzeichen, dass dieser Coup nicht so überraschend für den Orden kam, wie es der König erhofft hatte. So ließen sich im ganzen Land die Ritter ohne Gegenwehr verhaften. Zuvor hatten sie auf Anweisung ihres Großmeisters Jacques de Molay alle Bücher und Dokumente verbrannt und das enorme Vermögen des Ordens in Sicherheit gebracht. Die Inhaftierung war mit der Anschuldigung der Ketzerei begründet. Bei den nun folgenden Gerichtsverfahren wurde mit Folter versucht dementsprechende Geständnisse zu erlangen. Die Skurrilen Anschuldigungen gipfelten in dem Vorwurf , die Templer hätten einem Teufel gehuldigt , Christus geleugnet und untereinander Homosexuell verkehrt. Im Jahre 1312 wurde der Orden auf drängen von Philipp offiziell vom Papst aufgelöst, ohne dass eine Schuld festgestellt worden wäre. Die Einkerkerungen, Folterungen und Hinrichtungen erreichten 1314 ihren Höhepunkt, als Jacques de Molay und Geoffrei de Charney, Großpäzeptor der Normandie, bei lebendigen Leib verbrannt wurden.
Im Europäischen Ausland war die Situation für die Templer besser. Nach der Auflösung durch Clemens V. gründeten die Templer neue Orden oder gingen in bereits bestehende auf. So z.B. dem Deutschen Orden bzw. den Johannitern. Manchmal reichte aber auch eine schlichte Namensänderung völlig aus. In Portugal benannten die Templer sich einfach in Christusorden um.
Wenn auch Jahrhunderte vergangen sind, so geht auch heute noch eine große Faszination von dem Templerorden aus. Nicht zuletzt liegt das an dem ungeklärten Verbleib des "Templer-Schatzes". Mit den Theorien, was aus diesen Werten geworden sein könnte, kann man viele Bücher füllen. Mehr als 9000 Burgen und Schlösser allein in Frankreich gehörten den Templern. Aber welches Anwesen kommt in Frage?
Johanniter
Der Ritterliche Orden St. Johannis vom Spital zu Jerusalem ist der älteste geistliche Ritterorden. Die Anfänge liegen im Dunkel. Nach den Quellen gründeten Kaufleute aus Amalfi zwischen 1048 und 1071 in Jerusalem ein Hospital für arme und kranke Pilger, das eine Laienbruderschaft leitete. Die Eroberung Jerusalems durch die Kreuzfahrer (1099) war für das Hospital zunächst ohne Einfluss. 1113 konnte es von Papst Paschalis II. ein Schutzprivileg erlangen, das bereits sieben Filialhospitäler in Bari, Otranto, Tarent, Messina, Pisa, Asti und Saint Gilles (Südfrankreich) erwähnt.
Unter Raimund von Puy (1120-1160), der dem ersten bekannten Meister Gerhard nachfolgte, vollzog sich der Wandel von der Spitalbruderschaft zum geistlichen Ritterorden. Über die diakonischen Tätigkeiten hinaus übernahm er militärische Aufgaben.
1206 wurden als nationale Zusammenschlüsse so genannte Zungen gebildet. Innerhalb dieser Zungen bestanden (Groß-) Priorate, die wiederum in Balleyen (Komthuren) und Kommenden unterteilt waren. Eine Balley fasste mehrere Kommenden eines (Groß-) Priorats zusammen. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts blieb diese Organisationsstruktur im wesentlichen unverändert. Der Johanniterorden lässt sich als erste übernationale Gemeinschaft Europas bezeichnen.
Nach dem Fall Akkós (1291) und dem damit verbundenen endgültigen Verlust des Heiligen Landes für die Kreuzfahrer war vorübergehend Limassol auf Zypern, sodann Rhodos (1306 - 1522) Hauptsitz des Johanniterordens. Infolge der Aufhebung des Templerordens (1312) erwarb der Johanniterorden in Europa zusätzlichen Besitz. Der Johanniterorden konnte seine Herrschaft von Rhodos aus auf andere Inseln des Dodekanes und bis auf das kleinasiatische Festland ausdehnen. Obwohl der Johanniterorden mehrere osmanische Angriffe erfolgreich abwehren konnte, ging Rhodos 1522/23 verloren. 1530 wurde der Johanniterorden von Kaiser Karl V. mit Malta belehnt. Die Reformation führte zum Verlust von Besitzungen vorwiegend in England und Skandinavien. Gleichwohl verblieben die protestantischen Ritter der Balley Brandenburg weiterhin im Johanniterorden.
Die seit 1351 nachgewiesene Balley Brandenburg, aus der sich der heutige evangelische Johanniterorden entwickelte, nahm schon im Mittelalter eine Sonderstellung innerhalb des deutschen Großpriorats und des Gesamtordens ein. Dadurch überdauerte sie die Reformation und blieb bis zum 19. Jahrhundert, auch wenn nur lose eingebunden, im Gesamtverband des Ordens. Die Befürchtungen der norddeutschen Ritterbrüder, die sich aus der Veräußerung einiger Ordensgüter durch das deutsche Großpriorat in Pommern und Pommerellen ergeben hatten, führten 1382 zum Vergleich von Heimbach mit dem deutschen Großprior. In diesem Vertrag, den das Generalkapitel des Johanniterordens bestätigte, errang die Balley Brandenburg weitgehende Autonomie. So durften die Ritter der Balley ihr Oberhaupt, den Herrenmeister, frei wählen. Dieser Selbständigkeit im Orden stand eine enge Verbindung mit den Kurfürsten von Brandenburg gegenüber.
1810/11 säkularisierte der preußische Staat alle geistlichen Güter, auch die des Johanniterordens, der als Rechtspersönlichkeit fortbestand. Sie war fortan nur noch ein vermögensloser Personenverband. Von 1811 bis 1852 gab es in Preußen als Verdienstorden den Königlichen St. Johanniter-Orden. 1852 stellte König Friedrich Wilhelm IV. den Johanniterorden als selbständigen geistlichen Ritterorden wieder her. Dieser nunmehr rein evangelische Johanniterorden (amtlich "Balley Brandenburg des Ritterlichen Ordens vom Spital zu Jerusalem, genannt "Der Johanniterorden") widmet sich diakonischen Aufgaben und tritt für den christlichen Glauben ein. Dem Johanniterorden (heutiger Sitz Berlin) gehören weltweit in 18 deutschen und fünf ausländischen Genossenschaften bzw. Kommenden 3.300 Ritter an.
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